Die Geschichte unserer Schule

Bis zum großen Brand von 1811 stand das alte Schulhaus neben einer 1776 erbauten Kapelle im damaligen Zentrum des Dorfes, "Im Deilen". Wann es erbaut wurde ist unbekannt.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde nur im Winter Unterricht erteilt, wenn die Kinder nicht auf dem Feld oder im Stall helfen mußten. Die Hütejungen kamen sogar erst nach Martini in die Schule, nach dem Schlachten. Ziel des Unterrichts war zunächst das Erlernen von Beten, Lesen und Schreiben mit Hilfe des Katechismus.

Am alten Schulgebäude von 1811 war die Glocke aus dem Jahr 1906 angebracht. Die Schuljungen mußten die Glocke ziehen, natürlich im rechten Tempo. 1906 war die alte, mehrere 100 Jahre alte Glocke beim Mittagsläuten zersprungen. Der entsprechende Schuljunge muß einen üblen Schreck bekommen haben. Auf der neuen, noch heute im Türmchen der neuen Kapelle hängenden Glocke ist eingraviert: „Wachet und betet. Ehre sei Gott in der Höhe. 1906". Dieses Schulgebäude steht noch heute, es ist inzwischen ein privates Wohnhaus. Nach dem Brand wurde es an annähernd gleicher Stelle gebaut, allerdings jetzt als Schulhaus und gleichzeitig Kapelle.

Die Lehrer hatten in dieser Zeit kein gutes Auskommen und blieben jeweils nur kurze Zeit in Plockhorst. Erst mit Lehrer Hermann Brandes bleibt ein Lehrer über lange Zeit im Amt: 1891 bis 1926. 1909 wurde dieses Gebäude für 5800 Mark an den Schuhmacher August Brandes verkauft, weil es den schulischen Bedürfnissen nicht mehr genügte.

Ab 1890 stiegen die Schülerzahlen auf kontinuierlich über 20. 1910 baute die Gemeinde Plockhorst nach eigenen Vorstellungen ein neues Schulhaus, dessen Baupläne weit über die Vorschriften der Hildesheimer Schulbehörde hinausgingen. Die Mehrkosten mußte dann auch die Gemeinde selbst tragen. Das Schulgebäude von 1910 blieb bis 1995 Kapelle.
Es gab keinen Unterricht vom 8. Mai 1945 bis zum 10.09.1945, dann kam Helmut Evers als Lehrer mit seiner Frau nach Plockhorst.
Durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen des zweiten Weltkrieges platzte die Schule aus allen Nähten. Im Schulhaus wohnten drei Flüchtlingsfamilien, zeitweise belegten sie auch den einzigen Klassenraum. 1957 erhielt Architekt Dr. Lohe den Auftrag, für 100 000 Mark eine zweiklassige Schule zu erstellen. Durch die Mithilfe der Einwohner konnte diese Bausumme eingehalten werden. Lehrer Evers freute sich 1958 bei der Einweihung der Schule, dass die Raumnot nun endgültig beseitigt sei!

Doch 1980 wurde der Anbau eines weiteren Klassenraums erforderlich, weil ab 1967 die Kinder der vier Grundschulklassen der Gemeinden Wehnsen und Eickenrode nach Plockhorst kamen. 1970 stieg die Schülerzahl auf 113.

1974 erfolgte der Bau der Gymnastikhalle mit letzten Mitteln der Gemeinde Plockhorst vor der Gründung der Gemeinde Edemissen. Für den Sportunterricht wurden jeweils Lehrer anderer Schulen für wenige Stunden nach Plockhorst abgeordnet.
Der vierte Klassenraum wurde 1989 angebaut, erst jetzt hatte jede Klassenstufe ihren eigenen Raum. Erstmals fand der Unterricht nicht mehr für mehrere Klassen im selben Raum statt.

Schon im Jahre 2000 konnte dann ein moderner neuer Schulbau bezogen werden, für den zwei Klassenräume abgerissen, zwei gründlich renoviert und zwei Klassenräume, ein Lehrmittel- und Computerraum, und ein Lehrerzimmer neu angebaut wurden. Für die Umbauphase während eines ganzen Schuljahres wurden die ersten drei Schulklassen im Schuljahr 1999/2000 auf verschiedene Räume in Plockhorst und Wehnsen verteilt, die Klasse vier fuhr zur Grundschule nach Edemissen. Für die Lehrerinnen war es nicht immer einfach, rechtzeitig zur nächsten Stunde den richtigen Klassenraum zu erreichen.

2010 wurde vom SSV-Plockhorst eine neue Sporthalle neben dem Schulgebäude errichtet, die auch dem Schulsport dient und nun vielfältige Möglichkeiten bietet, die in der Gymnastikhalle von 1974 nicht gegeben waren.

1811 nach dem großen Brand erbautes Schulgebäude

Schulglocke um 1900

Schulgebäude und Kapelle erbaut 1910

1958 an der Bahnhofstraße erbautes Schulgebäude

2000 eingeweihtes Schulgebäude